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Alltägliche und außergewöhnliche Risikofaktoren

Die Entwicklung einer venösen Thromboembolie kann durch verschiedene Entwicklungen begünstigt werden. Schon der berühmte deutsche Pathologe Rudolf Virchow gliederte die Ursachen für Thrombosen in drei Gruppen. Seine Einteilung wird noch heute an medizinischen Fakultäten als Virchow-Trias gelehrt:

Verminderte Strömungsgeschwindigkeit des Blutes

Fließt das Blut in den Venen langsamer, bilden sich vermehrt Thromben, die wiederum Thrombosen auslösen können. Dazu kommt es zum Beispiel durch mangelnde Bewegung bei langen Flugreisen (auch bekannt als Economy-Class-Syndrom) oder durch die erzwungene Bettlägerigkeit nach Operationen. Besonders bei orthopädischen Eingriffen muss der Chirurg manchmal für die Dauer der Operation große Gefäße und Adern abklemmen, während er Gelenke austauscht. Das Blut wird dabei über einen langen Zeitraum gestaut.

Veränderungen der Blutbeschaffenheit

Durch Medikamente und erblich bedingte Erkrankungen kann das Blut allgemein stärker zur Gerinnung und damit zur Thrombenbildung neigen (Hyperkoagulabilität). Eine Entwässerung des Körpers (Dehydrierung) oder Krebserkrankungen erhöhen ebenfalls das Thromboserisiko.

Veränderungen bzw. Schäden an der Gefäßwand

Die eigentliche Aufgabe eines Thrombus ist es, Wunden zu verschließen. Entzündungen oder Wunden begünstigen somit venöse Thromboembolien, denn sie aktivieren die Blutgerinnung, um die verletzten Gefäße wieder zu verschließen. Die Kehrseite dieser körpereigenen Rettungsmaßnahme ist eine erhöhte Wahrscheinlichkeit unerwünschter Blutgerinnsel und damit eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Thrombosen.
Weitere Risikofaktoren sind starkes Übergewicht, eine Schwangerschaft, erweiterte Venen oder Krampfadern sowie Herzinsuffizienz. Die Einnahme verschiedener Hormonpräparate – wie der Anti-Baby-Pille – und Rauchen erhöhen das Risiko einer Thrombose ebenso wie frühere Thrombosen in der Krankengeschichte. Außerdem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter an.
Einige individuelle Ursachen kann der Betroffene selbst beeinflussen, so durch Nikotinverzicht, Abnehmen oder durchblutungsfördernde Bewegung. Besonders dann, wenn eine orthopädische Operation ansteht, ist es ratsam, das persönliche Thromboserisiko zu kennen und soweit möglich zu minimieren.
Mediziner teilen Betroffene anhand ihrer Faktoren in drei verschiedene Risikogruppen ein: Patienten mit niedrigem, mittlerem und hohem Risiko, eine venöse Thromboembolien zu erleiden. Patienten, die sich beispielsweise einer Knie- oder Hüftgelenkersatz-Operation unterziehen, werden dabei immer in die Hochrisiko-Kategorie eingeordnet.3
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