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Vorbeugung
Der Schlaganfall ist in über 80 Prozent der Fälle Folge einer allgemeinen Atherosklerose, bei der ein Gefäß im Gehirn durch ein Gerinnsel verstopft wird. Diese Form des Schlaganfalls wird als ischämischer Schlaganfall oder Hirninfarkt bezeichnet. Beim Hirninfarkt sind alle Maßnahmen, die man zur Verhinderung einer Arterienverkalkung ergreift, auch dazu geeignet, das Schlaganfallrisiko zu senken. Eine gesunde Lebensweise fördert zum einen die allgemeine Gesundheit und verringert das Risiko der Atherosklerose, zum anderen unterstützt sie die Wirkung der Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt ggf. zur Risikoreduktion verschrieben hat. Das bedeutet im Einzelnen für Sie:
Finger weg von Nikotin und anderen Drogen
Hören Sie sofort mit dem Rauchen auf, denn Nikotin ist das Gefäßgift Nummer 1! Es erhöht das Risiko für einen Schlaganfall auf mehr als das Doppelte. Besonders gefährdet sind Frauen, die gleichzeitig die 'Pille' einnehmen. Bei diesen können starke Kopfschmerzen ein erster Hinweis auf einen drohenden Schlaganfall sein. Auch immer mehr junge Menschen erleiden einen Schlaganfall – oftmals aufgrund von Drogenkonsum. Designer-Drogen wie Ecstasy oder auch Heroin begünstigen die Entstehung eines Schlaganfalls - für Kokain ist erwiesen, dass es das Schlaganfall-Risiko auf das 50fache erhöht! Rauchstopp: Jeder muss seinen Weg findenWer den Entschluss gefasst hat, mit dem Rauchen aufzuhören, hat schon den ersten wichtigen Schritt zum Erfolg getan. Der Weg vom Entschluss zum Nichtraucher sieht für jeden anders aus. Manche wählen einen „sanften“ Ausstieg, indem sie langsam den Zigarettenkonsum reduzieren, um dann ganz aufzuhören. Für viele ehemalige Raucher aber war die sofortige Umsetzung des einmal gefassten Entschlusses der Schlüssel zum Erfolg. Wer den Ausstieg nicht aus eigener Kraft schafft, kann sich an seinen Arzt wenden, der ihn mit medizinischen Hilfsmitteln unterstützen kann. Wer die Unterstützung anderer sucht, kann sich auch einer Rauchentwöhngruppe anschließen; gemeinsam klappt es manchmal besser als wenn man auf sich allein gestellt ist. Stichwort Gewichtszunahme: Es stimmt zwar, dass viele auf dem Weg zum Nichtraucher einige Kilo zunehmen. Die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Rauchen verbunden sind, sind aber wesentlich gravierender, als die von zwei bis vier Kilo mehr Körpergewicht - solange man nicht vorher schon stark übergewichtig war. Mit einigen Verhaltensweisen kann die Gewichtszunahme in Grenzen gehalten werden:
- das Rauchen nicht durch Essen oder Naschen ersetzen
- regelmäßige Bewegung erleichtert den Nikotinausstieg und hilft, das Gewicht zu halten
- viel kalorienarme Getränke trinken, wie Wasser, Tee, Saftschorle
- viel Obst und Gemüse essen
Bewegen Sie sich mehr
Trainieren Sie Ihre Gefäße durch Bewegung! Auch die Arterien profitieren wie alle anderen Muskeln und Organe des Körpers von körperlicher Aktivität. Sie werden gestärkt und bleiben elastischer. Für solche positiven Wirkungen müssen Sie keine sportlichen Höchstleistungen bringen. Versuchen Sie es lieber mindestens 3 bis 4mal die Woche mit einer Ausdauersportart wie Walking, Joggen oder Schwimmen.
Ernähren Sie sich gesund
Als besonders gesund für die Gefäße hat sich eine Ernährung erwiesen, bei der 50-60 Prozent der Energie aus Kohlenhydraten bestehlt, maximal 30 Prozent aus Fett, und 15 bis 20 Prozent aus Eiweiß.
Dabei sollten Sie berücksichtigen, dass 1 Gramm Fett doppelt soviel Energie (Kalorien) hat wie 1 Gramm Kohlenhydrate oder Eiweiß! Für einen gesunden Speiseplan eignen sich daher besonders Gemüse und Kartoffeln, mageres Fleisch, Meeresfisch, Obst, Nudeln und Reis sowie Joghurt und Quark.
Bei der Zubereitung der Speisen sind pflanzliche Öle mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren wertvoll. Da Salz den Blutdruck nach oben treibt, verzichten Sie lieber auf salzreiche Fertigwürzmischungen und greifen Sie zu frischen Kräutern, die den Gerichten eine besondere Note geben. Wurst und fettreiche Käsesorten sollten nur selten auf den Speiseplan.
Ziel einer gesunden Ernährung ist natürlich, das Körpergewicht im gesunden Rahmen zu halten, denn Übergewicht ist in vielen Fällen die Ursache für Bluthochdruck und Stoffwechselkrankheiten. Zur Beurteilung des Gewichts eignet sich der Body-Mass-Index (BMI), der nach folgender Formel berechnet wird:
Körpergewicht (kg)
Körpergröße x Körpergröße (m x m)
Bei einem Mann von 1,80 m und 85 kg Gewicht liegt der BMI also bei 85 : (1,8) 2 m 2, also bei 26,2 kg/m 2. Bei Männern liegt der akzeptable Gewichtsbereich zwischen 20 und 25 kg/m 2, bei Frauen zwischen 19 und 24 kg/m 2. Liegt Ihr BMI-Wert darüber, sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe unbedingt abnehmen. Dies ist am besten durch eine kalorienreduzierte gesunde Ernährung und gleichzeitig vermehrte Bewegung zu erreichen.
Gehen Sie dem Stress aus dem Weg
Negativer, die Nerven belastender Stress schädigt durch Ausschüttung bestimmter Hormone auch unsere Gefäße. Versuchen Sie, Stresssituationen aus dem Weg zu gehen. Gelingt dies nicht, bauen Sie den negativen Stress durch geeignete Aktivitäten ab. Solche „Ventile“ können sportliche Aktivitäten oder Bewegung an der frischen Luft, Entspannungstechniken oder aber auch fernöstliche Meditationsübungen sein. Ein Beispiel ist das autogene Training. Beim autogenen Training lernt man, sich mit kurzen, formelhaften Vorstellungen kontrolliert zu entspannen. So führt nach einiger Übungszeit die Vorstellung „meine Beine/Arme werden schwer und warm“ dazu, dass sich die Muskeln in Beinen und Armen vollständig entspannen und sich ein Wärmegefühl im Körper ausbreitet. Es ist nachgewiesen, dass regelmäßiges Üben langfristig den Blutdruck senken kann. Zu den bekanntesten asiatischen Meditationsübungen zählen Qi Gong, Tai-Chi und auch einige Formen des Yoga. In diversen Bildungseinrichtungen können diese Techniken erlernt werden. Jeder sollte für sich selbst herausfinden wie er mit seinem persönlichen Stress am besten fertig wird. Tipp: Viele Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten von Entspannungskursen.
Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein
In den meisten Fällen von Schlaganfall werden die Gefäßschäden an den Arterien durch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen verursacht. Sollten Sie an einer oder mehrerer dieser Erkrankungen leiden, müssen Sie darauf achten, dass Sie die Medikamente dagegen auch zuverlässig einnehmen. Sind Ihre Blutdruck-, Cholesterin- oder Blutzuckerwerte trotzdem immer noch zu hoch, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über eine Verbesserung Ihrer Behandlung. Der Arzt wird Ihnen dann ein anderes Medikament verschreiben oder die Dosierung Ihrer Medikamente verändern. Hatten Sie schon einmal einen (kleinen) Schlaganfall oder einen Herzinfarkt, müssen Sie zusätzlich zu den anderen Medikamenten ein Präparat zur Hemmung der Gerinnselbildung einnehmen. Wirkstoffe sind Acetylsalicylsäure, Dipyridamol, Clopidogrel, Ticlopidin sowie Phenprocoumon. Leiden Sie an Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, sind auch die Medikamente (Antiarrhythmika), die Ihr Herz wieder 'in Takt' bringen können, exakt nach den Anweisungen des Arztes einzunehmen.
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