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Reha-Maßnahmen
Zu den erstaunlichen Eigenschaften unseres Gehirns gehört auch seine Fähigkeit, verloren gegangene Funktionen zu ersetzen. Unter günstigen Umständen sind deshalb selbst Klavier spielen und andere Tätigkeiten, die ein hohes Maß an Konzentration und Geschicklichkeit erfordern, nach Schlaganfällen wieder möglich. Nur selten jedoch kommen solche Begabungen von allein zurück: Fast immer müssen die Betroffenen geduldig üben.
Um Menschen mit Schlaganfall-bedingten Behinderungen wieder ins berufliche und familiäre Umfeld einzugliedern, folgt der Akutbehandlung meist die Rehabilitation. Erste Station ist die so genannte Reha-Klinik. Während des Reha-Aufenthalts wird der Patient von einem spezialisierten Team betreut, dem neben Neurologen und anderen Fachärzten auch qualifiziertes Pflegepersonal, Krankengymnasten, Sprach- und Ergotherapeuten sowie Fachleute für weitere Therapiegebiete, z.B. (Neuro-)Psychologen angehören.
Der Ablauf einer "Reha" richtet sich zumeist nach einem individuellen, auf die Behinderungen des Patienten abgestimmten Therapieplan. Dazu gehören Maßnahmen wie:
- Physiotherapie: Mit der Krankengymnastik werden die Muskulatur und Beweglichkeit der Gelenke sowie das Gleichgewicht trainiert.
- Elektrotherapie: Unter Verwendung von Strom werden gelähmte Muskelgruppen bei gleichzeitig durchgeführten gymnastischen Übungen zur Bewegung animiert.
- Ergotherapie: Hier lernt der Patient seine gelähmten Gliedmaßen trotz Lähmung für notwendige Tätigkeiten einzusetzen (z. B. wird eine gelähmte Hand für die Benutzung eines Löffels oder einer Gabel trainiert).
- Sprachtherapie: Im Einzel- oder auch Gruppenunterricht lernt der Betroffene, sich wieder besser verständlich zu machen.
- Schlucktherapie: Treten nach dem Schlaganfall Schluckstörungen auf, müssen diese behandelt werden. Denn Verschlucken könnte unter diesen Umständen zum Ersticken führen.
- Lymphdrainage: Diese Therapie wird wiederholt durchgeführt, wenn im Bereich der gelähmten Körperhälfte Ansammlungen von Gewebewasser auftreten.
- Musik-, Kunst- und psychologische Therapie: Für Psyche und Wohlbefinden des Patienten sowie für sein Ausdrucksvermögen.
Einige Wochen nach dem Schlaganfall kann schließlich beurteilt werden, welche Schäden trotz der Reha-Maßnahmen noch vorhanden sind. Um diese zu verbessern, müssen weitere Übungen zu Hause durchgeführt werden.
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