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Schlaganfall in jungen Jahren

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Auch wenn ein Schlaganfall meistens ältere Menschen betrifft, ist es gar nicht so selten, dass Menschen unter 45 Jahren und sogar Kinder und Jugendliche einen Schlaganfall erleiden. In Zahlen: Etwa drei bis fünf Prozent aller Schlaganfallpatienten sind jünger als 45 Jahre. Das sind rund 10.000 junge Patienten im Jahr. 200 bis 300 dieser jungen Patienten sind Kinder jeden Alters; selbst Neugeborene und sogar Ungeborene im Mutterleib können betroffen sein.

Wer als junger Mensch einen Schlaganfall erleidet, stößt in seiner Umwelt häufig auf Unverständnis und ungläubiges Staunen. Landläufig wird der Schlaganfall eher mit älteren Menschen in Verbindung gebracht. Trotzdem ist ein Schlaganfall bei jungen Menschen gar kein so seltenes Ereignis und kann das ganze Leben auf den Kopf stellen. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war, ob im Privat- oder Berufsleben.

Auslöser und Risikofaktoren

Bei jungen Menschen unter 45 Jahren sind oft andere Auslöser als bei alten Menschen verantwortlich für die Erkrankung. Während bei älteren Patienten krankhafte Gefäßveränderungen, die meist erst in höherem Lebensalter vorkommen, häufiger Grund für einen Schlaganfall sind, stehen bei jungen Menschen andere Faktoren im Vordergrund. So geht zum Beispiel Migräne mit Aura mit einem besonders hohen Risiko für einen Schlaganfall einher. Auch angeborene Herzfehler, wie ein winziges Loch in der Trennwand zwischen den Herzvorhöfen und Herzembolien gehen, besonders bei jungen Menschen, mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einher. Auch das (seltene) vererbbare Leiden „Morbus Fabry“ birgt bereits in jungen Jahren ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.
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Die Symptome eines Schlaganfalls in jungen Jahren hingegen ähneln denen älterer Patienten. Da allerdings weder die jungen Patienten selbst, noch ihr Umfeld mit einem solch gravierenden Ereignis rechnen, werden die Anzeichen eines Schlaganfalls nicht immer richtig gedeutet, was zu Verzögerungen in der ärztlichen Betreuung führen kann. Wichtig ist aber, dass ein Schlaganfallpatient, egal welchen Alters, so schnell wie möglich in ärztliche Behandlung kommt, und zwar am besten in einer Stroke Unit, die auf die Behandlung akuter Schlaganfälle spezialisiert ist.

Die Prognose

Grundsätzlich gilt: je jünger der Patient, desto besser sind seine Aussichten, einen Schlaganfall ohne schwerwiegende Folgen zu überstehen. Dennoch gibt es keinen Grund, einen Schlaganfall, auch in jungen Jahren, „auf die leichte Schulter“ zu nehmen. Der Weg zurück in die Normalität ist oft lang und erfordert die aktive Mitarbeit des Patienten. Gemeinsam mit der Familie gilt es, den Alltag nach dem Schlaganfall neu zu ordnen, denn das Ereignis markiert für den Betroffenen einen deutlichen Einschnitt im Leben.

Kindlicher Schlaganfall

Wenn Kinder einen Schlaganfall erleiden, sind oft angeborene Blutgerinnungsstörungen, angeborene Herzfehler oder Gefäßerkrankungen, wie zum Beispiel Verengungen der Hirnarterie verantwortlich für das Ereignis. Auch Probleme in Zusammenhang mit der Geburt oder Infektionskrankheiten können bei Kindern einen Schlaganfall begünstigen.

Schwierige Diagnose

Bei Kindern, besonders wenn sie noch sehr jung sind, ist die richtige Diagnose des Schlaganfalls sehr schwierig. Oft wird ein Schlaganfall erst im Nachhinein, nach vielen Monaten entdeckt, etwa weil Eltern bemerken, dass ihr Kind immer nur eine Körperseite benutzt. Als häufigstes Symptom eines Schlaganfalls im Neugeborenenalter treten Krampfanfälle auf. Atemstörungen, Muskelschwäche, Bewegungsarmut und Bewusstseinsstörungen können ebenfalls auf einen Schlaganfall hinweisen. Wenn Eltern solche Symptome bei ihren Kindern wahrnehmen, sollten sie ihr Kind unverzüglich einem Arzt vorstellen, um die Symptome abklären zu lassen.

Je älter Kinder werden, desto stärker ähneln die Schlaganfallsymptome denen erwachsener Patienten. Einseitige Lähmungen, eventuell in Kombination mit Lähmungen einer Gesichtshälfte und Sprachprobleme sind dann die häufigsten Kennzeichen eines Schlaganfalls.

Langfristige Folgen

Welche langfristigen Folgen ein Schlaganfall für Kinder hat, hängt vom individuellen Verlauf der Erkrankung ab. Generell werden die Chancen für einen positiven Verlauf für Kinder deutlich positiver eingeschätzt als für Erwachsene. Langfristige Folgen, wie Behinderungen und seelisch-geistige Einschränkungen können aber dennoch nicht ausgeschlossen werden. Diese belasten häufig das Zusammenleben in der Familie oder erzeugen Probleme in der Schule. Mit unterschiedlichen Therapieverfahren versucht man, die Rehabilitation eines betroffenen Kindes zu unterstützen. Das Ziel ist stets dem jungen Patienten ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Zu den Therapieoptionen zählen:

  • Physiotherapie zur Behandlung von Bewegungsstörungen

  • Ergotherapie zum Training der Selbstständigkeit

  • Logopädie zur Therapie von Sprachstörungen

  • Neuropsychologie für die Therapie kognitiver und psychischer Störungen


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