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Bechterew Krankheit (Spondylitis ankylosans)

Die Spondylitis ankylosans (Sp.a.) ist die wichtigste entzündlich-rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule. Etwa jeder 1000. Einwohner ist betroffen. Männer leiden daran etwa 9 mal häufiger als Frauen. Die Bechterew Krankheit beginnt meist bereits im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt. Die Neigung zum Auftreten dieser Erkrankung wird vererbt, jedoch muss ein (bisher unbekannter) äußerer Faktor zusätzlich vorhanden sein, damit die Krankheit tatsächlich ausbricht.

Krankheitszeichen

Klinisches Bild einer Spondilitis ankylosans
Klinisches Bild einer Spondilitis ankylosans
In den meisten Fällen beginnt die Erkrankung im Bereich der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke. Die ersten Beschwerden sind daher tiefsitzende Kreuzschmerzen, die den Patienten vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden quälen, sowie zur morgendlichen Steifigkeit führen.

Typisch ist auch eine Schmerzauslösung durch Husten und Niesen. Im weiteren Verlauf werden dann oft einzelne Wirbelsäulenabschnitte mitbetroffen, was zu ähnlichen Schmerzen in der entsprechenden Region führt. Neben der Entzündung der Wirbelsäulengelenke kommt es auch zu knöchernen Neubildungen. Zwischen den Wirbeln können sich so Knochenbrücken bilden, die zu einer fortschreitenden Verformung und Versteifung der Wirbelsäule (Rundrücken in den oberen Abschnitten, Verlust der natürlichen Wölbung in der Lendenwirbelsäule) führen. Diese Entwicklung zeigt sich zum Glück in ausgeprägter Form nur in einem kleinen Teil der Fälle, häufig kommt die Erkrankung in einem früheren Stadium zum Stillstand.

Verlauf

Der Verlauf der Erkrankung ist oft schubartig. Nässe und Kälte sowie Überbelastung der Wirbelsäule können Schübe begünstigen. Bei 30 - 40 % der Patienten bleibt die Erkrankung auf die Wirbelsäule begrenzt. Es können aber zusätzlich Entzündungen der großen Gelenke (v. a. Hüft-, Kniegelenke), schmerzhafte Entzündungen der Sehnenansätze am Knochen (v. a. Fersen, Sitzbein-Gesäß-Region, Brustkorb), Entzündung der Regenbogenhaut mit Schmerzen, Rötung und Lichtempfindlichkeit am Auge auftreten.

Wie wird die Bechterew Krankheit vom Arzt diagnostiziert?

Die Verdachtsdiagnose 'Bechterew Krankheit' erfolgt in der Regel aufgrund der typischen körperlichen Beschwerden (nächtliche tiefsitzende Kreuzschmerzen und eingeschränkte WS-Beweglichkeit). Ein Röntgenbild oder ein CT (Kernspintomogramm) mit Nachweis einer Entzündung der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke kann als Bestätigung herangezogen werden. Unterstützend lässt sich bei ca. 90 % der Patienten laborchemisch ein Erbfaktor, das HLA-B27, im Blut nachweisen. Ein positives HLA-B 27 ist jedoch nicht eindeutig beweisend für das Vorliegen einer Bechterew Krankheit. Dieser Erbfaktor findet sich auch bei 7 % der gesunden Normalbevölkerung und kann auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen nachgewiesen werden!

Medikamentöse Behandlung der Bechterew Krankheit

Medikamentös war diese Erkrankung bisher nur symptomatisch (das heißt nur die Krankheitszeichen aber nicht die Ursache) mit entzündungshemmenden Substanzen behandelbar. Hinzu kamen örtliche Therapie-Anwendungen (z. B. Kortison-Spritzen in die betroffenen Gelenke, Kortison-Tropfen am Auge). Seit 2004 steht mit dem Einsatz von TNF-alpha-Hemmstoffen, die schon erfolgreich bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis eingesetzt wurden, eine hochwirksame innovative Therapie auch für die Bechterew-Krankheit zur Verfügung.

Bewegungs- und physikalische Therapie

Von besonders großer Bedeutung ist für die Besserung der Bechterew Krankheit eine gezielte Bewegungstherapie. Mit dieser wird der drohenden Versteifung entgegengearbeitet und die Muskelkraft verbessert. Die entsprechenden Übungen müssen regelmäßig, am besten täglich, durchgeführt werden. Unterstützende physikalische Maßnahmen beinhalten u. a. Wärmeanwendungen (auch für den ganzen Körper, z. B. als Moorbäder) und lockernde Massagen für die oft verhärtete wirbelsäulennahe Muskulatur, am besten unter Kurbedingungen.
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