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Arthrose

Die Gelenkknorpel sind abgenutzt

Es ist ein normaler Vorgang im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses, dass mit zunehmendem Alter in den einzelnen Anteilen des Gelenks durch die jahrzehntelange Belastung Verschleiß eintritt. Der Arthrose liegt eine Abnutzung des Gelenkknorpels zugrunde. Die spürbare Erkrankung 'Arthrose' ist dann erreicht, wenn Symptome wie Schmerz oder Funktionseinschränkung des Gelenks auftreten.

Neben dem natürlichen Verschleiß sorgen weitere Faktoren dafür, dass eine Arthrose vorzeitig auftritt. Hierzu zählen übermäßige Beanspruchung eines Gelenks (z. B. durch Leistungssport oder einseitige berufliche Belastung), Vorschädigung durch einen Unfall, angeborene Fehlbildungen und -stellungen, chronische Gelenkerkrankungen, schließlich auch eine erbliche Veranlagung. Gehäuft tritt die Arthrose auch in Zusammenhang mit bestimmten Stoffwechselerkrankungen wie der Gicht auf. Übergewicht löst keine Arthrose aus, kann aber den Verlauf beschleunigen.

Beschwerdebild der Arthrose und Krankheitserkennung

Am häufigsten beginnt die Arthrose im Bereich der Knie- und Hüftgelenke, ferner im Großzehengrundgelenk (oft zusammen mit Ballenbildung im Rahmen eines "Hallux valgus") und bei Frauen nach der Menopause als Fingerpolyarthrose im Bereich der Fingerend- und -mittelgelenke sowie im Daumensattel. Die Fingerpolyarthrose tritt bei Frauen zehnmal häufiger als bei Männern auf und ist oft erblich bedingt.

Typisch für die Arthrose sind Anlaufschmerz (Besserung nach einigen Bewegungen) sowie Ermüdungs- und Belastungsschmerz. Schmerzen sind bevorzugt durch bestimmte Bewegungen und Belastungen, z. B. Bergab- bzw. Treppabgehen auszulösen. Ganz im Unterschied zur Arthritis, wo das Schmerzmaximum in Ruhe und nachts zu finden ist.
Im Gelenk sind häufig auch Reibegeräuschen zu hören. Im weiteren Verlauf treten wiederholt auch "Aktivierungszustände". Langfristig führt die fortschreitende Arthrose zu einer zunehmenden Verformung des Gelenks durch Fehlstellungen und knöchernen Ausziehungen mit Einschränkung der Beweglichkeit. Kälte verstärkt sehr häufig den Arthrose-Schmerz.
Kniegelenksarthrose
Kniegelenksarthrose

Diagnose der Arthrose

Die Diagnose einer Arthrose wird einerseits durch die typischen anamnestischen Angaben des Patienten, andererseits durch den Untersuchungsbefund am Gelenk (Reibegeräusche, Schmerzauslösung durch bestimmte Bewegungen) gestellt. Unterstützend zeigt sich im etwas fortgeschritteneren Stadium ein typischer Röntgenbefund, zunächst mit Gelenkspaltverschmälerung und kleinen Zysten, später auch mit knöchernen Kantenausziehungen. Die Laborwerte werden durch die Arthrose nicht verändert, tragen also nur zum Ausschluss anderer Ursachen für die Beschwerden bei.

Behandlung der Arthrose

Leider ist bisher eine ursächliche Behandlung der Arthrose, entgegen den häufig in der Werbung gemachten Versprechungen, nicht möglich. Bisher ist bei keinem Medikament eine Verhinderung des weiteren Knorpelverschleißes oder gar eine knorpelaufbauende Wirkung nachgewiesen worden. Auch die Wirksamkeit von sonstigen "Arthrosemitteln" wie Hyaluronsäure oder Chondoitinsulfat ist bisher nicht in Langzeitstudien genügend belegt. Die Behandlung muss sich daher auf symptomatische Linderung der Beschwerden (wie Schmerz und Steifigkeit) sowie auf vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Schädigung konzentrieren.

Bei leichten Schmerzen sind hierfür einfache Schmerzmittel ausreichend. Bei stärkeren Schmerzen und Aktivierung werden entzündungshemmende Mittel benötigt, bei ausgeprägter Aktivierung möglicherweise auch eine Kortison-Injektion in das Gelenk. Schmerzlinderung hat nicht zuletzt auch den Zweck, sinnvolle physikalisch-therapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik zu erleichtern. Krankengymnastik hat hier das Ziel, die Beweglichkeit zu verbessern sowie die Muskulatur und den bindegewebeartigen Stützapparat zu kräftigen. Wärmeanwendungen und lockernde Massagen ergänzen dies sinnvoll.

Gelenkersatz

Die weit fortgeschrittene Arthrose der großen Gelenke führte früher in den Rollstuhl. Heute schafft hier die Versorgung mit einer Endoprothese (vor allem an Knie- und Hüftgelenken) Abhilfe. Da Endoprothesen nach wie vor in ihrer Haltbarkeit begrenzt sind, sollte ein solcher Eingriff allerdings so spät wie möglich durchgeführt werden. Eine Indikation hierfür kann neben dem Funktionsverlust des Gelenkes auch ein zu großer Schmerzmittelbedarf durch die Arthrose sein.
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