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Ursachen und Symptome

Ursachen der RA

Die genauen Ursachen der Rheumatoiden Arthritis sind bislang trotz intensiver Forschungen nicht bekannt. Ein Erklärungsmodell geht davon aus, dass bei entsprechender erblicher Veranlagung eine noch unklare Infektion der Auslöser für die Entstehung der Autoimmunerkrankung ist. Eine mögliche Erklärung ist, dass das körpereigene Abwehrsystem eigene Zellen oder Gewebe, deren molekulare Struktur Ähnlichkeit mit Erregern (z. B. Viren) aufweist, fälschlicherweise als fremd erkennt und es dadurch zu einem Angriff des Immunsystems auf die eigenen Zellen (z. B. im Bereich der Gelenkinnenhaut) kommt. Bei diesem Vorgang werden u. a. entzündungsfördernde Botenstoffe des Immunsystems (Zytokine) freigesetzt. Hierdurch erfolgt eine weitere Aktivierung dieses Prozesses.

Krankheitszeichen der RA

Am Beginn der Erkrankung stehen Schmerzen und Schwellungen mehrerer Gelenke, wobei v. a. Finger und Hände betroffen sind, prinzipiell aber jedes Gelenk befallen werden kann. Die Schwellungen sind durch Gelenkerguss (zuviel Flüssigkeit im Gelenk) und zunehmende Wucherung der Gelenkinnenhaut bedingt. Meist liegt ein symmetrischer, d. h. beide Seiten betreffender Befall vor. Am Stammskelett kommt es ausschließlich zu einer Beteiligung der HWS (Halswirbelsäule); dies ist allerdings im Frühstadium der Erkrankung eher selten. Der Entzündungsschmerz ist oft nachts und in den frühen Morgenstunden am stärksten ausgeprägt. Auf Druck sind die betroffenen Gelenke ebenfalls sehr schmerzhaft.
Frühstadium einer chronischen Polyarthritis
Frühstadium einer chronischen Polyarthritis
Typischerweise wird eine morgendliche Steifigkeit in den Gelenken geschildert, die sich meist im Laufe von Stunden löst und am nächsten Morgen wiederkehrt. Die Dauer dieser Streifigkeit ist ein wichtiger Unterscheidungspunkt zu degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrose), bei denen ebenso Steifigkeit und "Anlaufschmerzen" auftreten, die allerdings meist nur wenige Minuten anhalten. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Schmerzcharakter: Bei entzündlichen Erkrankungen wie der Polyarthritis bzw. RA dominieren Schmerzen in Ruhe, bei Abnutzung z. B. Arthrose nimmt der Schmerz mit der Belastung zu.

Fortgeschrittenes Stadium einer chronischen Polyarthritis
Fortgeschrittenes Stadium einer chronischen Polyarthritis


Da es sich bei der RA um eine systemische, d. h. den ganzen Organismus betreffende Erkrankung handelt, können neben den Symptomen des Bewegungsapparates auch Allgemeinbeschwerden wie allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Gewichtsverlust und Temperaturerhöhung hinzutreten oder sogar den Gelenksymptomen vorausgehen. Ebenso können als Ausdruck der Systemerkrankungen Rheumaknoten (tastbare, verschiebbare, nicht schmerzhafte Knötchen im Unterhaut-Fettgewebe) auftreten, die sich besonders häufig an der Streckseite des Unterarms finden lassen.

Eine Entzündung der Tränen- und Speicheldrüsen kann zur Augen- und Mundtrockenheit führen ("Sjögren-Syndrom"). Seltener kommt es bei schwerer Krankheitsform zur Beteiligung von Organen (z. B. Flüssigkeitserguss im Herzbeutel) oder Gefäßentzündung.
Endzustand einer chronischen Polyarthritis
Endzustand einer chronischen Polyarthritis

Verlauf der RA

Typischerweise verläuft die RA schubartig, Phasen mit geringerer Aktivität (kaum Entzündung und Schmerzen an Gelenken) wechseln sich mit Phasen eines hochaktiven entzündlichen und schmerzhaften Krankheitsgeschehens ab. Dabei lässt sich insgesamt - bei nicht ausreichender Behandlung - ein Fortschreiten von äußerlich sichtbaren Veränderungen feststellen, die auf einer Beschädigung bzw. Zerstörung von Knorpel, Knochen und Bindegewebe (Kapseln, Bänder, Sehnen) im Bereich der Gelenke beruhen. Es kommt zu Fehlstellungen, Instabilität und Funktionsverlusten in den betroffenen Regionen, wie beispielsweise Beweglichkeitsverlust. Das Tempo des Fortschreitens der Erkrankung ist allerdings individuell sehr unterschiedlich.
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