Borrelien sind Erreger, die durch Zeckenbiss auf den Menschen übertragen werden können. Im frühen Stadium der Borrelien-Infektion kann sich einige Tage nach Zeckenbiss ein runder Hautfleck mit außen deutlicher, innen blasser Hautrötung bilden, der sich langsam vergrößert und dabei verblasst. In diesem Stadium ist eine antibiotische Therapie z. B. mit Tetrazyklinen sehr erfolgsversprechend. Im späteren Stadium kann sich nach Monaten bis Jahren (also nicht unmittelbar nach dem Zeckenbiss) neben anderen Krankheitszeichen eine Arthritis (Gelenkentzündung) entwickeln. Typischerweise betrifft diese Arthritis ein oder wenige Gelenke (am häufigsten die Kniegelenke) mit schubartigem häufigem Auftreten und Abklingen. Typisch ist hierbei ein sehr ausgeprägter Gelenkerguss mit relativ wenig Schmerzen.

Die Diagnose einer Lyme-Arthritis ist nicht immer leicht zu stellen. Wenn eine typische Vorgeschichte besteht (Zeckenbiss, nachfolgende Hautrötung, Monate später Arthritis mit obigen Merkmalen), gibt es wenig Probleme hinsichtlich der Diagnosestellung. Oft ist aber der Zeckenbiss schon Monate oder gar Jahre vorher passiert und eigentlich schon vergessen. Der Nachweis von erhöhten Antikörper-Titern gegen den Erreger im Blut kann hier Sicherheit für die Diagnose bringen. Leider finden sich diese Antikörper nicht selten auch bei Gesunden, die irgendwann einmal mit dem Erreger Kontakt hatten und tragen dann zur Verwirrung bei.
Merke: Nur bei passenden Beschwerden und / oder Vorgeschichte hat der positive Borrelien-Antikörper-Nachweis eine diagnostische Bedeutung! Das Zusammentreffen von Antikörpern und irgendwelchen Schmerzproblemen (z. B. an den Gelenken) ohne eindeutige Entzündung weist nicht eindeutig auf die Diagnose 'Borreliose' hin!
Bei gesicherter Diagnose wird die Lyme-Arthritis antibiotisch über - je nach Substanz - 2 bis 4 Wochen behandelt und kann damit in vielen Fällen zum Abklingen gebracht werden. Auch in Fällen, die schlecht auf die Therapie ansprechen, klingt das Krankheitsbild aber, wie man heute weiß, meist im Verlauf einiger Jahre ab. Da die Verdachtsdiagnose einer Borreliose viel zu häufig (z. B. bei positiver Serologie und unspezifischen Beschwerden) gestellt wird, werden leider viele Patienten unnütz und oft über lange Zeit umsonst mit Antibiotika behandelt.