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Was sind die Kennzeichen der Parkinson-Krankheit?

Typische Störungen des Bewegungsablaufs

Um eine Parkinson-Krankheit feststellen zu können, sind für den Arzt vor allem vier typische Störungen des Bewegungsablaufs beim Parkinson Patienten von besonderem Interesse:
  • Bewegungsverlangsamung
  • Zittern - vor allem der Hände – insbesondere in Ruhe, im weiteren Verlauf zusätzlich beim Halten von Gegenständen
  • Muskelversteifungen im ganzen Körper, verbunden mit Gelenküberlastung und Schmerzen in Schulter, Rücken und Hüfte; anfänglich erkennbar an "Ungeschicklichkeiten" wie der Schwierigkeit, ein Hemd zuzuknöpfen
  • verminderte Stabilität beim Aufrechthalten des Körpers (Gang- und Standunsicherheit)
Die Bewegungsverlangsamung ist die entscheidende Voraussetzung, um eine Parkinson-Erkrankung festzustellen. Diese eingeschränkte Beweglichkeit macht sich am ganzen Körper bemerkbar. Darüber hinaus muss mindestens eine der weiteren Störungen (Zittern, Muskelversteifung, verminderte Stabilität) hinzukommen, damit eine Parkinson-Krankheit festgestellt werden kann. Infolge dieser vier typischen Störungen entsteht das typische Erscheinungsbild der Parkinson-Krankheit:

Zittern der Hände meist schon zu Erkrankungsbeginn

Zittern der Hände
© Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.
www.parkinson-vereinigung.de
In den meisten Fällen tritt ein Zittern der Hände und Finger in Ruhe bereits in der Anfangsphase der Erkrankung auf. Es ist zunächst überwiegend auf eine Hand beschränkt und zeigt sich gerade dann, wenn Arme und Hände entspannt sind ("Ruhezittern"). Kommt emotionale Belastung hinzu, etwa Stress, verstärkt sich das Zittern. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können auch Kopf und Unterkiefer vom Zittern betroffen sein. Später zittern die Gliedmaßen zusätzlich beim Halten von Gegenständen, etwa beim Verwenden von Besteck.

Beeinträchtigte Beweglichkeit und gebeugte Körperhaltung

© Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.
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Je nach Ausprägung und Fortschreiten der Erkrankung können sich die hier beschriebenen Symptome ausbilden.

Bei Parkinson-Patienten sind die Körperbewegungen verlangsamt. Auch haben sie, wenn sie eine willkürliche Bewegung starten, also etwa aus dem Stand loslaufen wollen, "Startschwierigkeiten" und verharren dann oft einfach in der Unbeweglichkeit. Oder sie halten in einer Bewegung urplötzlich inne und bleiben dann z. B. einfach stehen. Die Bewegung "erstarrt" (englisch: "Freezing"), besonders beim Passieren von Engstellen wie Türen.

Im praktischen Leben können automatische Türen damit zum unüberwindlichen Hindernis werden, die Grünphase an Fußgängerampeln kann nicht genutzt oder ein geworfener Gegenstand nicht aufgefangen werden.

Erschwert sind auch die Bewegungen des Rumpfes, was dazu führt, dass sich die Patienten nachts nicht mehr alleine im Bett umdrehen oder zum Wasserlassen nicht aufstehen können. Für die Angehörigen kann das eine häufig unterbrochene Nachtruhe bedeuten.

Weil die die andauernde Muskelversteifung im ganzen Körper besonders die Beugemuskeln betrifft, kommt es zu der typischen Haltung des Parkinson-Patienten mit vornüber gebeugtem Oberkörper und angewinkelten Armen.
Die Betroffenen laufen nur noch in kleinen, schlurfenden, unsicheren Schritten und bewegen dabei die Arme nicht mit. Der infolge des gebeugten Oberkörpers verschobene Körperschwerpunkt zieht die Patienten "nach vorn", und deshalb laufen sie schneller. Körperbewegungen lassen sich nicht mehr abbremsen. Das Risiko, zu stolpern und vornüber zu fallen, ist deshalb stark erhöht. Verstärkend können Gang- und Gleichgewichtsstörungen hinzukommen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung sind manche Patienten auch auf den Rollstuhl angewiesen.

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Nachlassende Fingerfertigkeit

Die Geschicklichkeit bei handwerklichen, kunsthandwerklichen Dingen oder aber auch beim Häkeln oder Stricken geht verloren. Ein Kleidungsstück kann kaum noch oder nicht mehr zugeknöpft werden. Das Schreiben von Briefen und Notizen bereitet vermehrt Schwierigkeiten, die Schrift wird kleiner und krakeliger.

Erstarrte Mimik

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Im Verlauf der Erkrankung wandelt sich ebenfalls der Gesichtsausdruck des Betroffenen. Das für den Gesichtsausdruck entscheidende Muskelspiel vermindert sich, Gefühlsregungen können nicht mehr durch die Gesichtsmuskulatur z. B. als Lächeln widergespiegelt werden. Die Mimik funktioniert nicht mehr. Das Gesicht erstarrt schließlich zur Maske und wird für den Betrachter rätselhaft.

Veränderte Stimme

Da auch die Muskulatur von Kehlkopf und Mund betroffen ist, kann es zu Veränderungen der Stimme kommen: Die Artikulation wird undeutlich, die Sprache monoton und unverständlich, die Lautstärke ist reduziert. Es können auch schweren Störungen des Sprechrhythmus bin hin zur Sprechblockade auftreten.

Weitere Merkmale der Parkinson-Krankheit

Über die Störungen des Bewegungsablauf hinaus können bei der Parkinson-Krankheit weitere Störungen auftreten. Dazu zählen neben Magen-Darm-Störungen oder Schlaflosigkeit vor allem seelische Veränderungen. Manchmal sind die Betroffenen ohne erklärbaren Grund plötzlich ungewöhnlich misstrauisch, ängstlich oder auch aggressiv. Sehr häufig sind auch depressive Verstimmungen.

Parkinson-Krankheit und Depression

Fachleute schätzen: Rund 40 % der Parkinson-Patienten leiden an einer meist gering ausgeprägten Depression, oft sogar lange bevor andere, eindeutigere Krankheitszeichen wie z. B. das Zittern auftreten. Eine Depression, die im Rahmen einer Parkinsonerkrankung auftritt, beeinträchtigt die Lebensqualität unabhängig von den übrigen Beschwerden, unter denen die Betroffenen ohnehin schon leiden.

Oft verstehen gerade die Angehörigen nicht, dass Parkinson-Patienten auch dann, wenn sich ihre Krankheitszeichen gebessert haben, depressiv werden. Doch diese Depression kann – unabhängig von den "eigentlichen" Krankheitszeichen wie den Bewegungsstörungen – im Rahmen der Parkinsonerkrankung auftreten.

Häufig sind die Betroffenen traurig und haben ihre Lebensfreude verloren. Sie verspüren ein Gefühl der Leere, der Hoffnungslosigkeit und können sich nicht mehr über ihre Hobbys oder ihre Enkel freuen.

Parkinson-Krankheit und Hirnleistungsstörungen

Ungefähr ebenso häufig wie Depressionen sind nach Einschätzungen von Fachärzten bei Parkinson-Patienten Hirnleistungsstörungen. Ältere Parkinson-Patienten haben gegenüber der Normalbevölkerung ein vielfach höheres Risiko.

Nicht selten finden sich bei einem Parkinson-Patienten auch gleichzeitig eine Hirnleistungsstörung und eine Depression.

Parkinson-Krankheit und Schlafstörungen

Bei Parkinson-Patienten ist der Tiefschlaf und der Traumphasen-(REM)-Schlaf vermindert. Diese Schlafstörungen werden durch gestörte biologische Rhythmen, erhöhte Muskelaktivität und Atmungsstörungen verursacht.

Parkinson-Krankheit und Störungen des vegetativen Nervensystems

Auch das vegetative Nervensystem wird durch Morbus Parkinson beeinträchtigt. Dieser Teil unseres Nervensystems sorgt dafür, dass unsere Körperfunktionen wie etwa der Herzkreislauf automatisch ablaufen, ohne dass wir darüber nachdenken müssten.

Beim Parkinson-Patienten kann es deshalb zu vielerlei vegetativen Störungen kommen mit teilweise starker Beeinträchtigung der Lebensqualität, z. B.:
  • Magen-Darm-Störungen, die meist mit Verstopfung einhergehen
  • übermäßiger Fettbildung der Gesichtshaut ("Salbengesicht")
  • vermehrtem Schwitzen
  • Störungen beim Wasserlassen bis hin zum unkontrollierten Urinabgang
  • Sexualstörungen


Quelle: Kompetenznetz Parkinson. Morbus Parkinson - Einführung für Patienten
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