Home     Kontakt    Suche:     Go  
Fachkreis

Startseite  > Morbus Parkinson  > Grundlagen der Krankheit > Was passiert im Gehirn?

Was passiert im Gehirn bei der Parkinson-Krankheit?

Die Parkinson-Krankheit entwickelt sich langsam, schleichend, über viele Jahre hinweg. Dabei sterben bestimmte Nervenzellen im Gehirn ab. Sie stellen einen "Botenstoff" her, das Dopamin. Botenstoffe wie das Dopamin sind "Informations-Überbringer", das heißt: sie vermitteln wichtige Informationen zwischen den Nervenzellen.

Der Bereich des Gehirns, wo normalerweise den Hauptanteil des Dopamins im Körper herstellt wird, ist die Substantia nigra (Schwarze Substanz). Die Schwarze Substanz wiederum ist mit einem anderen Hirngebiet verbunden: dem Striatum (Streifenkörper). Der Streifenkörper seinerseits stellt die Botenstoffe Acetylcholin und Glutamat her. Normalerweise sind alle drei Botenstoffe – also das Dopamin aus der Schwarzen Substanz und die beiden Botenstoffe aus dem Streifenkörper – im Gleichgewicht. Nur so können sie sinnvoll die Aufgabe erfüllen, Körperbewegungen gut zu koordinieren und "flüssige" Bewegungen zu ermöglichen.

Parkinson Krankheit bedeutet ursächlich Dopaminmangel

Bei der Parkinson-Krankheit sterben speziell die Zellen in der Schwarzen Substanz ab. Die Folge: Es wird zu wenig vom Botenstoff Dopamin produziert. Informationen, die dieser Botenstoff weiterleiten soll, können nicht mehr gesendet werden. Zugleich bekommen die Botenstoffe Acetylcholin und Glutamat ein Übergewicht. Die gute Koordination von Körperbewegungen ist damit nicht mehr gewährleistet.

Der Informationsfluss ist gestört!

Der Informationsfluss ist gestört
Konkret geht es beispielsweise um einen Befehl des Gehirns an die Beine: „Lauft los, denn die Ampel ist grün geworden!“ Der Befehl dazu wird zwar im Gehirn losgeschickt, kann aber aufgrund des Mangels an Dopamin die Beine nicht oder nicht rechtzeitig erreichen. Deshalb kann der Betroffene einfach nicht loslaufen, obwohl er eigentlich möchte. Oder schlimmer: Er läuft los, wenn die Ampel bereits wieder rot geworden ist.

Im Vergleich zu gesunden Menschen ist bei Parkinson-Patienten die Verfügbarkeit von Dopamin um 90 Prozent vermindert. Die ersten Krankheitszeichen treten dann auf, wenn bereits 50 bis 60 % der Dopamin-produzierenden Zellen in der Schwarzen Substanz des Gehirns zugrunde gegangen sind. Die entscheidende Strategie besteht also darin, das fehlende Dopamin durch Medikamente zu ersetzen.
Quelle: Kompetenznetz Parkinson. Morbus Parkinson - Einführung für Patienten
Dieser Artikel war für mich...
   sehr hilfreich
   teilweise hilfreich
   unbrauchbar
Absenden
   Seite bewerten
      © Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG 1997-2012. Alle Rechte vorbehalten.
Impressum | Nutzungsbedingungen
Boehringer Ingelheim