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Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten

Welche Medikamente gibt es?

Für die Behandlung der Parkinson Krankheit steht dem Arzt eine Reihe wirksamer Medikamente zur Verfügung. Mit ihnen kann auch und vor allem der für die Krankheit typische Mangel am Botenstoff Dopamin ausgeglichen werden.

Dopamin selbst als Medikament zu verabreichen, wäre sinnlos. Denn es kann den Schutzwall, der das Gehirn umgibt, nicht durchdringen. Doch es gibt zwei alternative Möglichkeiten: Levodopa (kurz: L-Dopa) und Dopaminagonisten.
  • L-Dopa ist eine Vorstufe des Dopamins, kann den Schutzwall durchdringen, gelangt ins Gehirn, wird dort zu „echtem“ Dopamin umgebaut und ersetzt dann den fehlenden Botenstoff Dopamin.
  • Neuere Präparate, die Dopaminagonisten, ahmen die Wirkung des Botenstoffs Dopamin nach: Sie imitieren ihn und können anstelle von Dopamin gleiche Informationen wie das Dopamin übertragen. Dies hat den Vorteil, dass keine zu hohen Konzentrationen von echtem Dopamin durch das Medikament verursacht werden können, die möglicherweise schädlich für den Körper sind.
Eine andere Arzneistoffgruppe wiederum hemmt den Abbau des noch vorhandenen Dopamins und erhöht dadurch dessen verbleibende Konzentration im Bereich der Nervenzellen (MAO- und COMT-Hemmer). Zudem gibt es Substanzen, die die Informationswege der Nervenzellen über andere Mechanismen bzw. andere Botenstoffe (Acetylcholin, Glutamat) beeinflussen. Diese können ebenfalls im Rahmen einer Parkinson-Behandlung wirksam zur Bekämpfung der Krankheitszeichen eingesetzt werden.

Verfügbare Arzneimittel:
  • Levodopa (L-Dopa)
  • Dopaminagonisten: z. B. Pramipexol, Ropinirol, Rotigotin, Bromocriptin, Cabergolin, Lisurid, Pergolid oder Dihydroergocryptin
  • Medikamente, die den Abbau von L-Dopa- oder Dopamin hemmen: COMT-Hemmer (z. B Entacapon, Tolcapon) oder MAO-Hemmer (z. B Selegilin)
  • Antiglutamaterge Substanzen: z. B Amantadin, Budipin
  • Anticholinerge Arzneimittel: z.B. Biperiden, Metixen, Bornaprin, Trihexyphenidyl
Entscheidend für den Erfolg einer Behandlung mit den oben genannten Medikamenten ist immer: Krankheitszeichen (Symptome), die die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen, werden möglichst gut beseitigt. Dies bedeutet z. B., dass typische Bewegungsstörungen wie das lästige Zittern durch die Medikamenteneinnahme gemindert werden oder gar ganz verschwinden.

Merke:
Die Einnahme der Arzneimittel (einzeln oder in Kombination) dient dazu, dem Betroffenen und seinen Angehörigen ein möglichst "normales" Leben zu ermöglichen!

Jeder Parkinson-Patient hat seine eigene Krankheit!

Was bedeutet dieser Satz? Gerade bei der Parkinson-Krankheit muss für jeden einzelnen Patienten die für ihn passende Behandlung gesucht werden. Dies kann unter Umständen einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Die Gabe mehrerer Medikamente gleichzeitig kann ebenfalls erforderlich und sinnvoll sein. In schwierigen Fällen sollte man sich in eine Parkinson-Klinik oder in die Spezialabteilung für Parkinson einer Neurologischen Klinik überweisen lassen. Hier wird man nichts unversucht lassen, die Krankheitszeichen durch eine geeignete Behandlung in den Griff zu bekommen. Wichtig ist hierbei, dass Sie als betroffener Patient oder Angehöriger eines solchen Patienten nicht aufgeben, sondern mit dem Ärzteteam gemeinsam versuchen, der Krankheit Herr zu werden.

Begleitende Behandlungen

Eine Rehabilitationsbehandlung bei der Parkinson-Krankheit kann das Fortschreiten der Krankheit zwar nicht aufhalten, soll aber Lebensqualität und Selbstständigkeit der Betroffenen so weit wie möglich sichern. Dazu eignen sich verschiedene Verfahren wie Physiotherapie/Krankentherapie, Logopädie, Ergotherapie, Musiktherapie, Sporttherapie und physikalische Therapie. Sie können sowohl bei Bewegungsstörungen als auch bei weiteren Beschwerden der Parkinson-Krankheit hilfreich sein. Eingesetzt werden sollten sie besonders für Problemen, die nicht oder nur schlecht mit Medikamenten beeinflussbar sind.
Durch Physiotherapie/Krankengymnastik lassen sich unterschiedliche Beschwerden von Bewegungsstörungen bis Blasenfunktion oder Atemstörungen bessern.

Bei der Ergotherapie trainiert der Patient die Feinmotorik der Hände, damit er wieder besser selbstständig essen oder sich ohne fremde Hilfe ankleiden kann. Auch das Schreiben wird hierbei geübt.

Die Logopädie kann Sprechstörungen entgegenwirken, teilweise wird eine kombinierte Sprech- und Atemtherapie durchgeführt.

Ebenfalls zum Repertoire der Parkinson-Rehabilitation gehören verhaltensändernde Methoden, die zum Beispiel in der Physiotherapie und der Ergotherapie eingesetzt werden – etwa Trickmanöver zur Überwindung von Bewegungsstörungen. So lassen sich mit bestimmten "Tricks" Blockaden beim Gehen überwinden – das reicht vom Aufstampfen und Schütteln des Fußes über Fluchen und Selbstbeschimpfung bis zu optischen Streifen-Markierungen auf dem Boden.

Darüber hinaus ist eine psychosoziale Betreuung wegen der häufig auftretenden psychischen Probleme in vielen Fällen sehr sinnvoll; sie kann auch dem Angehörigen, der den Patienten begleitet, einen Einblick in die seelischen und psychischen Probleme des Erkrankten geben und Missverständnisse beseitigen helfen.

Durch Krankengymnastik können Probleme mit der Atmung gemildert werden oder auch Blasenfunktionsstörungen sich bessern.
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