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Tipps für den Alltag von HIV-Positiven
Die Diagnose 'HIV-positiv' stellt zunächst für die Betroffenen ein Schockerlebnis dar, das erst einmal verarbeitet werden muss. Das Leben geht aber trotzdem weiter und aufgrund der Fortschritte der medikamentösen Therapie liegen nach der Diagnose in der Regel noch viele Jahre vor den Patienten. Diese gilt es, mit einer möglichst guten Lebensqualität zu verbringen. Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar praktische Tipps an die Hand geben, die den Umgang mit der Krankheit sowie ihre Bewältigung erleichtern sollen. Haben Sie noch weitere Fragen, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf oder wenden sich an eine der zahlreichen Selbsthilfeorganisationen.
Den geeigneten Arzt suchen!
Der wichtigste Schritt für eine erfolgreiche Bewältigung der Krankheit ist die richtige Arztwahl. Einerseits sollte der Arzt auf dem neuesten Stand bezüglich aktueller HIV-Behandlungsstrategien sein, andererseits sollte man zu ihm ein tiefes Vertrauensverhältnis aufbauen können. Wer keinen fachkompetenten Arzt kennt, sollte sich unbedingt bei den regionalen AIDS-Hilfen nach einer geeigneten Adresse erkundigen. Haben Sie den passenden Arzt gefunden, liegt auch ein Großteil des Behandlungserfolgs in Ihren Händen. Nur wenn Sie die Anweisungen des Arztes genau befolgen (z. B. regelmäßige und korrekte Medikamenteneinnahme) und an der Behandlung mitarbeiten, kann die Therapie erfolgreich verlaufen. Betrachten Sie sich und Ihren Arzt als Partner, die gemeinsam mit allen Kräften bestrebt sind, Ihre Krankheit in den Griff zu bekommen.
Umgang mit der Angst vor Ansteckung bei anderen
Besonders in ländlichen Regionen und Kleinstädten ist es nach Bekanntwerden der Diagnose für HIV-Positive sehr schwierig ein normales Leben zu führen, bzw. die üblichen sozialen Kontakte zu pflegen. Die Angst vor Ansteckung ist in der Regel noch sehr groß und führt für den Betroffenen schnell in die soziale Isolation. Es kommt auch vor, dass die HIV-Infektion Ursache für Wohnungs- und Arbeitsplatzverlust wird. Man sollte sich deshalb sehr genau überlegen, wem man seine Erkrankung mitteilt. In Deutschland besteht für HIV-infizierte Menschen keine Offenbarungsverpflichtung. Solange keine akute Gefährdung anderer Menschen vorliegt, muss weder dem Arbeitgeber, noch Kollegen oder dem Freundeskreis die Erkrankung mitgeteilt werden. Man sollte sich genau und in Ruhe überlegen, mit wem man über seine Krankheit sprechen kann und sollte. Dabei ist es nötig, genau darüber Bescheid zu wissen und andere darüber aufklären zu können, in welchen Situationen eine Ansteckungsgefahr vorliegt und wann nicht. Nicht-Infizierten die Angst vor sozialen Kontakten mit HIV-Positiven zu nehmen und Kontakte zu knüpfen, stellt auch für die AIDS-Selbsthilfegruppen einen wichtigen Aufgabenbereich dar.
Kinderwunsch
Prinzipiell gibt es heutzutage in den westlichen Industrienationen keine gesicherten Anhaltspunkte dafür, dass bei Kindern von HIV-positiven Müttern eine erhöhte Rate an Missbildungen oder Neugeborenensterblichkeit auftritt. Um das Infektionsrisiko des Babys auf ein Minimum zu senken (Infektionsrate 1-2 %) muss jedoch zur Entbindung vorzeitig ein Kaiserschnitt unter antiretroviraler Therapie durchgeführt werden. Auch das Stillen des Kindes an der Mutterbrust muss unterbleiben, da hierbei über die Muttermilch HI-Viren vom Neugeborenen aufgenommen werden und es infiziert wird. Eine enge Absprache zwischen behandelndem 'HIV-Arzt' und Frauenarzt sollte während der Schwangerschaft und dem Zeitraum der Geburt unbedingt stattfinden.
Ernährung!
HIV-Infizierte verlieren oft sehr viel an Gewicht. Deshalb spielt für die Erhaltung der Lebensqualität eine geeignete Ernährung eine sehr wichtige Rolle. Mangelernährung muss auf jeden Fall vermieden werden. Achten Sie auch auf eine ausgewogene Ernährung, wobei Kohlenhydrate ca. 50 - 55 %; Fett maximal 30 % und Eiweiß 10 - 20 % der zugeführten Kalorien der Nahrung ausmachen sollten. Um Ihr Immunsystem zu stärken, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen erforderlich. Diese sind vor allem in frischem Obst und Gemüse oder entsprechenden Fertigzubereitungen (Kapseln, Brausetabletten etc.) aus der Drogerie oder Apotheke enthalten. Vermeiden Sie rohes oder ungenügend durchgebratenes Fleisch. Es könnte Erreger enthalten, die bei Ihnen eine Erkrankung hervorrufen. Vor allem im ferneren Ausland besteht durch ungenügende Hygiene bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln oder Verwendung von keimhaltigem Wasser (Eiswürfel) eine stark erhöhte Infektionsgefahr!
Literatur zu HIV
Mittlerweile sind auch eine ganze Reihe hilfreicher Bücher zum Thema HIV erhältlich, die sehr ausführlich alle Facetten der Erkrankung abhandeln und ein Riesenpaket an Wissen, auch zu aktuellen medikamentösen Behandlungen, vermitteln. Hierzu zählt unter anderem das Taschenbuch: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion von Keikawus Arasteh und Rudolf Weiß, das 2001 im Verlag rosa Winkel erschienen ist.
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