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Warum macht das HI-Virus krank?

Bild: HI-Virus
HI-Virus
AIDS ist eine Viruserkrankung und wird durch das HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus) ausgelöst. Das HI-Virus gehört zur Gruppe der Retroviren. Um den Krankheitsverlauf von AIDS (Acquired Immunodeficieny Syndrom) zu verstehen, sollte man einige Grundkenntnisse über Viren besitzen.

Allgemeines zu Virusinfektionen

Viren sind viel kleiner als Bakterien und benötigen für ihr Wachstum und ihre Vermehrung im Gegensatz zu Bakterien lebende Zellen. Dies bedeutet, dass sie sich ohne lebende Körperzellen nicht vermehren können und nur in Form von bestimmten 'Ruheformen' außerhalb eines Organismus überleben können. Gelangen die Viren wieder in einen Organismus hinein (über Blut, Sekrete, Nahrung) setzen sie sich im Körper in bestimmten Zellen fest und vermehren sich in diesen. Der Ort dieser Virusvermehrung ist abhängig von der Virusart. So haben beispielsweise Hepatitis-Viren die Leberzellen als Ziel und verursachen Hepatitis, Papilloma-Viren die Haut, wo sie zu Warzenbildung führen oder Influenza-Viren die Atemwege, mit der Folge einer ernst verlaufenden Grippe. Direkt gegen Viruserkrankungen gibt es mit der Ausnahme der Behandlung einer Infektion mit Herpes-Viren zur Zeit keine wirklich effektiven Medikamente, die eine Heilung herbeiführen können. Den besten Schutz vor den meisten viralen Infektionen bieten Impfungen (z.B. Grippe-, Hepatitis-, Masernimpfung) und gesunde vitaminreiche Ernährung, die die körpereigene Abwehr (Lymphozyten usw.) in die Lage versetzen, eine Virusinfektion erfolgreich zu bekämpfen.

Spezielles zur HIV-Infektion

Bild: HI-Viren (rot) infizieren Körperzellen
HI-Viren (rot) infizieren Körperzellen
Das HI-Virus gelangt über Sekrete durch verletzte Hautstellen oder die Schleimhäute von einem Körper in den nächsten. Ohne Anwesenheit lebender Zellen können HI-Viren in der Regel nicht überleben und müssen deshalb direkt von einem Körper auf den anderen übertragen werden. Bestimmte Zellen des Immunsystems, in der Medizin als T-Lymphozyten bezeichnet, kontaktieren dann die Viren und erkennen, dass es sich bei diesen Eindringlingen um sehr gefährliche 'Gäste' handelt. Im Gegensatz zu anderen Viren sind aber genau Abwehrzellen des Körpers, nämlich die Helferzellen der T-Lymphozyten (T4-Lymphozyten, CD4-Zellen), die Zielzellen des HI-Virus. Diese T4-Lymphozyten können zwar an die umgebenden anderen Abwehrzellen noch die Information übermitteln, welche speziellen Antikörper (Abwehrstoffe) gegen das HI-Virus gebildet werden müssen, bleiben aber selbst infiziert und stellen den Ort für eine weitere Vermehrung des HI-Virus dar. Im Körper beginnt daraufhin ein Kampf zwischen fortschreitender Infektion von Helferzellen (CD4-Zellen) sowie Nervenzellen und Vernichtung von virustragenden Körperzellen durch noch funktionierende Abwehrzellen. Diese Abwehrzellen produzieren sogenannte Antikörper, die in der Lage sind, die Virusausbreitung zu bekämpfen. In der Regel geht dieser stetige Kampf, oft erst nach Jahren, zugunsten des HI-Virus aus.

Rolle der T4-Lymphozyten (CD4-Zellen) für den Krankheitsverlauf von AIDS

Bild: HI-Viren haben sich in den CD4-Zellen vermehrt
HI-Viren haben sich in den CD4-Zellen vermehrt
Die Anzahl von T4-Lymphozyten wird durch Zerstörung infolge Virusvermehrung und Bekämpfung dieser infizierten Zellen durch die körpereigene Abwehr immer geringer. Die T4-Lymphozyten spielen jedoch eine entscheidende Rolle für das Funktionieren unseres Immun-/ Abwehrsystems bei der Bekämpfung von Erregern, die in unseren Körper eindringen. Sind diese speziellen Abwehrzellen in ihrer Anzahl zu stark vermindert, kann unser Immunsystem nicht mehr normal funktionieren. Einerseits ist es für bestimmte Keime (z. B. Bakterien und Pilze) viel leichter, sich im Körper zu vermehren und eine Erkrankung zu verursachen (z. B. Lungenentzündung), andererseits werden vom Immunsystem Stoffe, die dem Körper zugeführt werden, irrtümlicherweise als übermäßig gefährlich eingestuft (z. B. Antibiotika) und führen seitens des getäuschten körpereigenen Immunsystems zu allergischen Reaktionen.

HIV-Infektionen bereiten den Boden für lebensbedrohliche Infektionen

Da sich aufgrund der gestörten Immunabwehr der Organismus gegen eindringende infektiöse Keime (Bakterien, Viren, Pilze) nicht mehr genügend wehren kann, ist der HIV-Positive sehr anfällig für eine Vielzahl schwerer Erkrankungen wie Krebserkrankungen, Lungenentzündung, Tuberkulose und generalisierte Pilzerkrankungen oder auch lebensbedrohliche Herpes-Infektionen. Diese bedürfen deshalb einer sofortigen Behandlung mit stark wirksamen Medikamenten.
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